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Software28.09.2006, 03:02← Alle News

Feuerfuchs mit Zwiebelhaut

e-Felixe-Felix1.859 LeserLesezeit 3 Min

Wer sich durchs Internet klickt, hinterlässt Spuren. Dubiose Firmen, Hacker, Kriminelle und abmahnfreudige Rechtsanwälte nutzen diese Spuren für ihre Geschäfte. Die Firefox-Variante Torpark vermasselt den Spurenlesern das Geschäft und macht das Internetten sicher, aber auch langsamer.

Woher kommen nur diese Werbe-Fenster? Und weshalb öffnen sich Seiten, deren Internet-Adressen gar nicht eingetippt wurden? Sobald Daten durch die DSL-Leitung flutschen, gibt es Dritte, die sich für den Inhalt dieser Daten interessieren. Da Internet-Browser komplexe Programme mit vielen Modulen sind, haben Spione gute Chancen, über Sicherheits-Löcher Zugriff auf fremde Daten zu erhalten.

Das funktioniert hervorragend bei Microsofts Internet Explorer, der gerade wieder eine schwere Sicherheitslücke zu verzeichnen hat, doch selbst die Alternativen Opera und Firefox sind nicht gefeit gegen übelsinnige Daten-Voyeure. Die internationale Hacker-Initiative Hacktivismo besteht aus Entwicklern, Bürgerrechtlern und Künstlern, die den freien Browser Firefox mit der Technik des Tor-Netzwerkes kombinierten, so dass ein weitestgehend sicherer Browser entstand.

Tor wird als TCP-Client auf dem Rechner installiert, dieser verbindet sich mit dem Tor-Netzwerk und lädt automatisch eine Server-Liste herunter. Tor wählt dann einen zufälligen Weg über das Tor-Netzwerk zum gewünschten Ziel, etwa der Internet-Adresse www.projectlan.de. Es wird eine verschlüsselte Verbindung zum nächsten Server aufgebaut, wobei jeder Server nur den jeweils benachbarten kennt. Damit reichen drei vermittelnde Server aus, um eine anonyme Verbindung aufzubauen. Die letzten Server, die so genannten Exit nodes (Ausgangsknotenpunkte) stellen dann die Verbindung mit dem Ziel her. diese Technik machten sich die Torpark-Entwickler zu nutze.

Auf verschlungenen Pfaden

Torpark sieht ähnlich aus wie die Mobil-Version von Firefox 1.5. Neben den gewohnten Schaltflächen und Menüs gibt es zwei Besonderheiten. Über die Schaltfläche mit dem Zwiebelsymbol, "Tor Network", lässt sich Tor rasch aktivieren und deaktivieren. Bei deaktiviertem Tor funktioniert Torpark genau wie Firefox. Bei eingeschaltetem Tor ist in der Menüleiste am unteren Bildschirmrand die IP-Adresse zu erkennen.

Die zweite wichtige Schaltfläche heißt "Flush Circuit" und bewirkt, dass eine neue Tor-Verbindung aufgebaut wird, wenn der Nutzer darauf klickt. Das ist sinnvoll, wenn Torpark allzu lange herumwerkelt, um zum Ziel zu gelangen. Denn die Anonymisierung hat einen Preis: Geschwindigkeit. Selbst DSL mit einer Leistung von 8 Megabit pro Sekunde nutzt nichts, wenn die Verbindung umständlich über langsame Server bewerkstelligt wird. Auf der Entwickler-Homepage gibt es Erweiterungen, die die Geschwindigkeit des Browsers steigern.

Der Browser lässt sich auf deutsche Menüs umstellen. Im Ordner "Quick Locale Switcher" unterhalb des Menüpunktes "Tools" braucht nur das deutsche Sprachpaket ausgewählt werden, wobei allerdings nicht alle Menü-Einträge übersetzt werden: "Flush Circuit" heißt nicht "Störe meine Kreise!" Stören sollten Sie nicht zu häufig, denn der Browser braucht einige Zeit, um einen neuen Pfad durchs Netzwerk ermittelt zu haben.

Im Test lief Torpark allerdings stabil, obwohl die aktuelle Version noch recht jung ist und dementsprechend wenig getestet wurde. Torpark enthält die wichtigsten Firefox-Erweiterungen wie Adblock und NoScript, die verhindern, dass Werbefenster aufklappen und ungefragt dubiose Java-Skripte ausgeführt werden.

Torpark lässt sich auf einem USB-Speichermodul installieren, so dass keinerlei Daten auf dem ausführenden Rechner abgelegt werden. Doch selbst beim Start von der Festplatte begnügt sich Torpark mit den einfachen Daten und speichert weder Cookies noch sonstige Internet-Surf-Spuren. Sollte doch einmal ein Problem auftauchen beim Arbeiten mit Torpark, starten Sie das Programm im Debug-Modus. Dazu schreiben Sie in die Windows-Befehlzeile einfach "Torpark.exe/debug" und warten auf die mögliche Fehlermeldung.

Es ist nicht möglich, Torpark und Firefox gleichzeitig zu betreiben. Wenn Sie also auf Nummer Sicher gehen wollen, wählen Sie Torpark; bei kurzen Besuchen auf sicheren Seiten im Internet empfiehlt es sich, Standard-Firefox dem deutlich langsameren Torpark vorzuziehen.

Kommentare 4
  • 0
    vampirschildkrtevampirschildkrte1. Kommentar

    Torpark

    Ich nutze Torpark sehr häufig, da mir meine UMTS-Flat nicht ganz geheuer ist. Der Vodafone-Proxy loggt mir zuviel mit und ganz wichtig: der Proxy macht alle Bilder durch eine zusätzliche Komprimierung hässlich. Mit dem Torpark werden die dann wieder einwandfrei angezeigt. Nur die Geschwindigkeit lässt noch etwas zu wünschen übrig.
  • 0
    L0L0ki

    ich warte

    lieber auf den internet explorer 7. der ist mir irgendwie sympatischer. ich bin einer der gern alles von einer sorte hat. also vor allem beim computer (ms winxp, ms office, und bla).
  • 0
    JUjunky93
    NFS Undercover
    Ich habs für PSP und PC un es ist einfach nur geil
  • 0
    SUSuperHeld
    top
    Find ich auch 🙂
??
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