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Hardware23.10.2006, 09:36← Alle News

2010 80Kern Prozessoren

e-Felixe-Felix1.874 LeserLesezeit 3 Min

Die aktuellen Prozessoren haben alle eine Gemeinsamkeit: Ausgestattet mit zwei Kernen sind sie sehr leistungsfähig und verbrauchen wenig Strom. Für zukünftige Anwendungen scheint das aber trotzdem nicht auszureichen, denn die nächste Generation an CPUs steht bereits in den Startlöchern. Sowohl AMD als auch Intel werden noch in diesem Jahr ihre Vier-Kern-Prozessoren auf den Markt bringen und bis 2010 sollen weitere Modelle mit vier, acht, sechszehn oder sogar hundert Kernen folgen.

Mit der Einführung des Core 2 Duo im Juli diesen Jahres hat Intel neue Maßstäbe bei den Dual-Kern-Prozessoren gesetzt. Ein ausführlicher Test im August hat bereits gezeigt, dass der Core 2 Extrem X6800 deutlich schneller als der AMD Athlon FX-62 ist. Trotzdem geht der Kampf um die technische Führungsposition unvermindert weiter und nach unbestätigten Angaben der niederländischen Webseite Tweakers.net sollen bereits im November mit dem Athlon FX-70 (2,6GHz), FX-72 (2,8GHz) und FX-74 (3,0GHz) gleich drei neue AMD-Spitzenmodelle in den Handel kommen.

Vier Kerne für noch mehr Leistung
Deutlich interessanter als der Kampf um den schnellsten Dual-Kern-Prozessor dürften aber die Bemühungen im Bereich "Tera Scale Computing" sein. Unter diesem Begriff fasst Intel sein Vorhaben zusammen Prozessoren mit hundert und mehr Kernen zu entwickeln, die eine Rechenleistung von mehr als einem Teraflop erreichen (genaue Details auf der zweiten Seite). Im Vergleich dazu schafft der schnellste Core 2 Extrem X6800 mit seinen knapp 0,018 Teraflops gerade mal ein Fünfundfünfzigstel der Leistung, die der kalifornische Chipriese in den nächsten Jahren mit nur einem einzigen Prozessor realisieren möchte. Vielkern-Prozessoren (englisch Multi- oder Manycore) sind aber auch bei Intels Konkurrenten ein wichtiges Thema. Noch in diesem Jahr werden deshalb die ersten AMD "4x4"-Prozessoren erwartet, die eine Antwort auf Intels kürzlich vorgestellte Core 2 Quad-Prozessoren sind.

Prototyp mit 80 Kernen
Intel setzt aber noch einen drauf und untermalte das Vorhaben "Tera Scale Computing" mit einem verfügbaren Prototyp, den Intels Präsident and CEO Paul Otellini auf dem diesjährigen Intel Developer Forum in San Francisco vorstellte. Auf dem kreisrunden Wafer finden 80 einzelne Kerne Platz, die eine Gesamtrechenleistung von einem Teraflop erreichen sollen. Bis zur Marktreife muss der Pizza-teller-große Wafer aber noch deutlich kleiner werden, denn er muss schließlich in einen Desktop-Rechner passen. Eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung wird das Intel Germany Research Center in Braunschweig haben, das zu den größten Chipentwicklungszentren von Intel in Europa gehört und sich hauptsächlich mit Multikern-Prozessoren beschäftigt.

Notwendigkeit zu Multikernen
Die Entwicklung von Prozessoren mit mehreren Kernen hat aber noch einen weiteren Grund. Um eine CPU schneller zu bekommen gibt es nur zwei Möglichkeiten. Als erstes kann die Taktfrequenz erhöht werden, was aber nur solange geht bis der Energieverbrauch und letztlich die Wärmeentwicklung zu hoch wird. Durch neuen Architekturen und kleinere Fertigungstechnologien kann zwar mehr Rechenleistung bei gleichbleibender Taktung erreicht werden, doch auch hier sind Grenzen gesetzt. Aus diesem Grund wollen die Ingenieure dazu übergehen die Rechenoperationen auf mehrere langsam getaktete und energiesparende Kerne zu verteilen.

Für Gamer noch nicht interessant
Wie mit allen Softwareentwicklungen hinken auch hier die Macher von Spielen den Hardwareentwicklern hinterher. Die Einführung der Hyper-Threading-Technologie bei den Pentium 4 Modellen sollte eine Leistungssteigerung bei Anwendungen und Spielen zur Folge haben, jedoch waren die allermeisten Programme gar nicht in der Lage mit dem simulierten Zwei-Kern-Prozessor umzugehen. Nachdem die Software-Entwickler nachgezogen haben, wurden die ersten echten Dual-Kern-CPUs auf dem Markt gebracht und schon wenige Wochen später folgen die Quad-Prozessoren. Also kaum Zeit, um die Programme und speziell die Spiele an die laufende Entwicklung anzupassen. Zwar steigt die Leistung der CPUs trotz sinkender Taktfrequenz, jedoch ist ein vergleichbarer konventioneller Single-Core-Prozessor bei den meisten Anwendungen immer noch nicht wesentlich schlechter als seine zweikernigen Nachfolger.

Fazit
Schöne neue Technik mit viel Potential für die Zukunft und auch die Softwareentwickler werden in den nächsten Jahren genug zu tun haben. Wird betrachtet wie lange Intel gebraucht hat von der Einführung des Celerons bis zur Vorstellung des ersten Doppel-Kern-Prozessors relativiert sich die rasante Entwicklung aber wieder.

Quelle: http://www.freenet.de/freenet/computer_und_technik/hardware/pc_komponenten/multicore/index.html, freenet

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