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Allgemein04.04.2009, 00:10← Alle News

Wirtschaftskrise zwingt Pro-Gamer in die Arbeitslosigkeit

RonnyRonny1.221 LeserLesezeit 2 Min

Für Emmanuel „Master“ Rodriquez platzte mit der Immobilenblase im letzten Jahr auch der Traum von einer langjährigen Profikarriere im eSport. Vor einem Jahr war er noch ein gefeierter Star, heute sammelt er Einkaufswagen in Sams Club ein, um sein Lebensunterhalt bestreiten zu können. Aber lest selber.

Wirtschaftskrise zwingt Pro-Gamer in die Arbeitslosigkeit
Er war einer der ganz Großen, die Rede ist von Emmanuel Rodriquez, den gefeierten Star des Spiels Dead or Alive 4. Mit einem jährlichen Grundeinkommen von 30.000 Dollar und unzähligen Siegesprämien, erfüllte er sich einen Traum, den jeder Junge auch hierzulande träumt. Den Traum von einer Profikarriere als eSportler. Für viele sind „Videospiele“ der Mittelpunkt des Universums. Da wundert es nicht, dass sich viele wünschen mit diesem Hobby auch Geld zu verdienen. Für wenige wurde dieser Traum vor knapp 2 Jahren Realität. Damals entstand in Amerika die Championship Gaming Series.

Eines der besonderen Merkmale dieser Liga war die Festanstellung von Pro-Gamern. Diese kassierten pro Jahr ein festes Gehalt und konnten sich zusätzlich Bonis in Form von Siegesprämien dazu verdienen. Viele der Spieler erreichten dadurch sehr schnell ein Jahreseinkommen in Höhe von 50.000 bis 60.000 Dollar. Viele Enthusiasten der eSport-Szene sahen sich damals in ihrer Vision bestätigt. Für sie war klar, der eSport ist die Zukunft. Große Firmen schütteten Unmengen an finanziellen Mitteln in die Szene und ermöglichten dadurch die Finanzierung von immer größeren Events und immer höheren Siegesprämien. Doch der Traum war nur von kurzer Dauer.

Mit dem Zusammenbruch des weltweiten Marktes, aufgrund von dubiosen Spekulationen, zogen viele Sponsoren ihre Zuwendungen aus diesem Geschäft ab. Eine der Folgen war die Schließung der Championship Gaming Series und die Entlassung aller Spieler. Über einhundert Pro-Gamer traf diese Entscheidung wie der Blitz. Einer von Ihnen war Emmanuel Rodriquez. Durch die Krise verlor er nicht nur sein Einkommen sondern auch ein Stück eines Traums. Vor kurzem äußerte er sich noch einmal wie folgt zu den Ereignissen: „Für mich ging etwas verloren. Ich konzentrierte mich damals darauf etwas ganz Großes aufzubauen. Jetzt habe ich das Gefühl das alles was ich erschuf einfach verschwunden ist.“

Auch hierzulande wirkt sich die Wirtschaftskrise direkt auf die eSport Szene. So wurden die Preisgelder in der laufenden ESL Pro Series um 35.000 Euro auf eine Gesamtsumme von 130.000 Euro minimiert. Dabei handelt es sich um eine Kürzung von über 20 Prozent, wobei die Siegesprämien der ersten Plätze sogar eine Kürzung von teilweise über 40 Prozent hinnehmen müssen. Laut Aussagen der ESL, ist diese Entscheidung zwar auf die derzeitige Krise zurück zu führen, jedoch muss man sich keine Gedanken um das Weiterbestehen der ESL machen, da die ESL auch schon vorangegangene Krisen wie die Dot-Com Blase und den 11.September gut verkraftet haben.

Quellen: nytimes.com, silicon.de, esl.eu, fragster.de

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