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Allgemein03.01.2010, 07:04← Alle News

Wie World of Warcraft die Polizei unterstützt

TorstenTorsten236 LeserLesezeit 2 Min

Internetkriminalität lässt sich durch die oftmals technisch nur eingeschränkt ausgestatteten Polizeibehörden sehr schwer bekämpfen. Aber auch unsere Ordnungshüter gehen mit der Zeit bekommen dabei manchmal auch Hilfe aus dem Internet selbst. Und dann kann es ganz schnell aus sein, mit der vermeindlichen Anonymität des weltweiten Netzes.

Wie World of Warcraft die Polizei unterstützt
So geschehen auch in Howard County, im US-Bundesstaat Maryland. Dessen Sheriff versuchte einen Drogendealer dingfest zu machen und um dessen derzeitigen Aufenthaltsort herauszufinden, bemühte er das Internet und fand Hilfe im Online-Spiel "World of Warcraft". Deputy Sheriff Matt Roberson ermittelte gegen einen Alfred Hightower, der sich mehrerer Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig machte, indem er mit Drogen dealte. Seit 2007 liegt sogar ein Haftbefehl gegen ihn vor, jedoch war eine Festnahme bisher unmöglich, da sein Aufenthaltsort nicht ausfindig gemacht werden konnte.

Irgendwo in Kanada sollte er sich, den Ermittlungsergebnissen des Sheriffs zufolge, befinden. Genauer konnte man seine Position jedoch nicht ermitteln. Zumindest stand aber fest, dass er grenzenübergreifend dennoch hätte festgenommen werden können, mit Hilfe eines formellen Ersuches eines Rechtsbehelfs. Dazu war aber sein genauer Aufenthaltsort dringend notwendig. Nach weiteren Ermittlungen machte Roberson die Entdeckung, dass sich Alfred Hightower einen Narren am Spiel World of Warcraft gefressen hat und mehrere Stunden täglich online spielte. Der Deputy-Sheriff konnte sogar den Namen und einige weitere Details seines Alter-Egos herausfinden.

Mit Hilfe einer Vorladung von Spiele-Entwickler und Publisher Blizzard Entertainment als Zeugen, erhoffte er sich, weitere wichtige Informationen zu erhalten, die der Bestimmung des Aufenthaltsortes dienlich seien. Aber gleichzeitig hegte er auch Bedenken ob der Kooperation von Blizzard: "Sie müssen uns nicht antworten und ich bin auch davon ausgegangen, dass sie es nicht tun werden. Es vergingen drei oder vier Monate, seit ich die Vorladung zugeschickt hatte. Ich hatte die ganze Sache bereits verdrängt und mich anderen Sachen gewidmet. Plötzlich bekam ich jedoch eine Antwort von ihnen. Man hatte mir ein Informationspaket zugeschickt. Man war sehr kooperativ. [...]."

Dennoch zeigte sich Blizzard Entertainment überaus kooperativ und unterstützte die Ermittlungen mit allen möglichen Informationen, die zur Verhaftung des Drogendealers führen könnten. Unter anderem lieferten sie alle gespeicherten IP-Adressen, die Rechnungsadresse des vergangenen Jahres und sogar dessen bevorzugten Spieleserver. Am Dienstag, den 5. Januar 2010, soll Alfred Hightower an die Behörden in den USA übergeben werden.

Ein Schlusswort können wir uns dazu nicht verkneifen. Wenn man an das süchtig machende Potenzial von World of Warcraft denkt und Blizzard demzufolge als Dealer sehen würde, dann ist die Rolle des Publishers in dieser Geschichte an Ironie kaum zu überbieten.

Quelle: kokomoperspective.com
Bild: momento24.com
Kommentare 4
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    TorstenTorsten1. Kommentar
    Ich frage mich dabei wie de Sheriff auf den Nickname von dem Dealertypen gekommen ist. Kommt mir irgendwie spanisch vor. Aber dass war aus der Newsquelle leider nicht herauszulesen.

    zuletzt bearbeitet am 3.01.2010 um 20:12 Uhr
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    BaluBalu
    Da hat bestimmt B.A.Barracus (Mr.T) mit seinem Nachtelf-Irokesen und dem WoW-A-Team nachgeholfen... 😛
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    TorstenTorsten
    ... und bekam dabei Unterstützung von den Fantastischen Vier. 😃
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    Krato5Krato5
    "WOW-zockender polizist verpfeifft gildenchef" 😃
??
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