Kopierte Bilder und Filme leichter aufspüren
Mit schöner Regelmäßigkeit wird das nächste, ultimative Tool zum Aufspüren unlizenzierter Kopien im Web oder in Tauschbörsen angekündigt. Diesmal: Irisa, ein Gemeinschaftsprojekt der Uni Reikjavik und der französischen Thomson Corporate Research. Irisa soll auch in Millionen von Bildern umfassenden Plattformen unlizenzierte Kopien aufspüren und gar beispielsweise Camrips in Tauschbörsen zuverlässig identifizieren.
Eine entsprechende Technologie existiere schon seit einiger Zeit, arbeite jedoch nur langsam. Das Problem besteht in der schieren Datenmenge, die es zu analysieren gilt. Der Gründer der mit den Forschungen beauftragten TexMex-Arbeitsgruppe Patrick Gros, gibt an, dass
"...typischerweise in einer Bildagentur die Größe des Angebots schnell auf 2 bis 30 Millionen Bilder kommen kann. Eine Internet-Fotodatenbank wie Flickr verwaltet 250 Millionen Bilder. Im Videobereich reden wir von Milliarden von Einzelbildern."
Statt Bilder direkt miteinander zu vergleichen, soll die Technologie "mit digitalen Beschreibungen des Inhalts arbeiten, um die Inhalte auf eine manipulationssichere Weise zu erfassen." Wenn man beispielsweise Camrips aufspüren will, hat man es
"...mit einem Spielraum zwischen 25 und 30 Bildern pro Sekunde zu tun, das Bild kann eine Trapezverzerrung aufweisen oder signifikante Farbveränderungen. Diese Veränderungen gegenüber dem Original können erfasst und aufgespürt werden. An diesen Video-Besonderheiten haben wir noch nicht gearbeitet, aber es ist ein Forschungsfeld von Thompson."
Die Komplexität der Suche bleibe damit, unabhängig von der Größe der Bilddatenbank und der Stärke von Bildmanipulationen konstant. Getestet wurde das System bereits mit bis zu 208 Millionen "Bild-Deskriptoren", was ungefähr 300.000 Bildern entspricht.
Zukünftige Kunden hat man auch schon ausgemacht. Der Verband der US-Filmindustrie MPAA hat bereits Interesse angemeldet, man hofft auch mit einem Deal mit der geplanten europäischen Google-Konkurrenz Quaero.
Ob man sich Sorgen machen muss? Bislang kamen ähnliche Projekte kaum aus dem Fiorschungsstadium hinaus. Bereits die Frage, wie beispielsweise passwortgesicherte Rar-Files auf ihren Videoinhalt hin analysiert werden sollen, dürfte auf der Seite Irisas Kopfschmerzen auslösen.
Source: http://www.irisa.fr/activity/new/007/mpa?set_language=en , IRISA

Torsten0
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