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Allgemein04.03.2007, 05:05← All News

Erste Kernfusionsanlage im Bau

aDaD2,894 readers1 min read

Seit Anfang dieses Jahres wird im südfranzösischen Cadarache an der Entstehung des weltweit ersten Forschungsreaktors einer Kernfusionsanlage gearbeitet. Der so genannte ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) soll nach einer rund zehnjährigen Bauzeit in Betrieb gehen. Die Finanzierung des 10 Milliarden Euro- Projektes wurde im ITER-Vertrag vom 21. November 2006 sichergestellt und von den sieben gleichberechtigten Partnern Europäische Union (inklusive Schweiz), Japan, Russland, VR China, Südkorea, Indien und den USA in Paris endgültig ratifiziert. Bereits 1985 entschieden die USA, Russland und Frankreich über eine Zusammenarbeit bei der Forschung, welche 1988 damals erste Planungen am deutschen Max-Planck-Institut für Plasmaphysik zu Folge hatten.

Der 30 Meter hohe und 21 Meter breite Bau soll die wissenschaftliche und technische Machbarkeit der Energieerzeugung aus Kernfusion demonstrieren. Prominentes Vorbild dieser Art der Energiegewinnung ist die Sonne. Dort werden unter enormen Druck Wasserstoffatome zu Helium verschmolzen und dabei unglaubliche Energiemengen freigesetzt. Allerdings gestaltet sich dieser im Innern der Sonne von selbst statt findende Prozess auf der Erde ungleich schwerer. Starke Magnete müssen ein auf 100 Millionen Grad erhitztes Gas mittig in der Fusionskammer in der Schwebe halten und die Wände der Brennkammer müssen dem gewaltigen künstlich erzeugten Druck standhalten.

Die Aussichten auf eine gute Umweltverträglichkeit einerseits und Energie im Überfluss andererseits sind bei derartigen Kraftwerken sehr verlockend. Ein Kilogramm Wasserstoff erzeugt den gleichen Energiewert, der bei der tagtäglichen Verbrennung von 10.000 Tonnen Kohle erzeugt wird. Dabei werden im Gegensatz zur Kohleverbrennung keinerlei Treibhausgase freigesetzt. Die zur Kernfusion benutzen Isotope Deuterium und Tritium haben jeweils eine Halbwertszeit von ungefähr 50 Jahren. Endlager für radioaktiven Müll, so wie es bei Atomkraftwerken der Fall ist, wären so nicht nötig.

Sollten die Ergebnisse aus den nachfolgenden 20 Jahren Betriebszeit positiv ausfallen, dann könnte das erste reguläre Fusionskraftwerk ab 2060 ihren Dienst aufnehmen.
Fraglich ist nur, ob der Energiehunger der wachsenden Weltbevölkerung noch bis dahin warten kann.

                                                  Abb.: Schnitt durch den geplanten Kernfusionsreaktor ITER

Source: http://www.iter.org,ITER;http://tinyurl.com/25nv4,Bildquelle;

Comments 2
  • 0
    TorstenTorstenFirst comment

    Sehr sehr interessant

    Man bekommt bei solchen Nachrichten aber auch immer mehr die Befürchtung, dass wir uns nach und nach eine einer Energiekrise nähern.

    Danke für die News, aD. 🙂
  • 0
    Pvt._HudsonPvt._Hudson

    Ich denk eher daran,

    dass wir das nicht mehr miterleben werden, wie die Dinger "Standart" werden.
??
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