Zum Inhalt springen
Allgemein17.06.2007, 22:29← Alle News

Gletscher beim Sterben zuhören

aDaD1.567 LeserLesezeit 1 Min

Katie Peterson bewältigt in ihrer Abschlussarbeit an der State School of Art in London unter dem Titel "Vatnajokull (the sound of)" eine offenbar sehr innige Beziehung zu dem gleichnamigen, stark schrumpfenden und zugleich größten europäischen Gletscher auf Island. Unterstützt wird sie dabei von einem Mikrofon-Hersteller und einem Mobilfunkanbieter.

Gletscher beim Sterben zuhören
Na? Schon etwas irritiert? Es kommt noch besser!
Die Motivation der jungen Britin für diese Arbeit ist nicht etwa aus der aktuellen Klimadebatte heraus entstanden, sondern der Gletscher hat sich im Grunde zuerst ihrer, der Kunststudentin, angenommen.

Die Leidenschaft für Gletscher entdecke sie nämlich erst auf einer vorangegangenen Island-Reise, als sie durch das literweise Trinken von Gletschereiswasser starkes Fieber bekam und anfing, zu halluzinieren. Diese Eindrücke verarbeitete die Kunststudentin zunächst auf einer CD mit Gletscher-Geräuschen sowie dem "Nachfrieren" von Gletschern im Miniaturformat.

Ihre Arbeit "Vatnajokull (the sound of)" beschreibt ein Unterwassermikrofon, welches in einer Bucht vor der isländischen Küste treibt und den Sound des Vatnajökull-Gletschers aufzeichnet. Per Kabel werden die Geräusche zu einer Apparatur in Patersons Zelt weitergeleitet, die dieses verstärken und an ein Mobiltelefon ausgeben. Unter der britischen Handy-Nummer +44 7758 225698 kann so dem Gletscher bei seiner alltäglichen Arbeit zugehört werden.

Leidenschaft die Leiden schafft: Paterson selber weilt derzeit neben dem "sterbenden" Vatnajokull und wird dabei stets von ihren Gefühlen übermannt. Gegenüber den Medien berichtet sie, "Es ist wirklich poetisch...ein langsamer Eisstrom, der sich auflöst, sehr zurückhaltend, fast unsichtbar. Ständig brechen kleinere Stücke ab, es kracht und knarzt." Und nach noch mehr Gletschereiswasser: "Diese Bucht ist ein Gletscher-Friedhof. Es kann einem das Herz brechen, wenn man weiß, dass man etwas Wundervollem beim Sterben zuhört.", so Paterson gegenüber dem britischen Zeitung "The Guardian".

Im Übrigen sei erwähnt, dass die Schmelze des Gletschers nicht zuletzt durch die darunter liegenden zwei aktiven Vulkane begünstigt wird.

Quelle: http://www.spiegel.de, Quelle: www.spiegel.de;http://www.isafold.de,Bildquelle

Kommentare 2
  • 0
    RonnyRonny1. Kommentar

    O` wie romantisch

    Ist der vom Aussterben bedrohte Gletscher jetzt eine gefährdete Art oder doch nicht?
  • 0
    ABSinthABSinth

    Hat die Frau ihre Dauertage

    oder warum hat die sone Klatsche weg? *koppschüttel* Demnächst nimmtse auf Kassette auf wie man das Gras wachsen hört.
??
öffentlich · unter dem Artikel
als … · +2 PLoints
Womit willst du anfangen?
2.000 Zeichen, öffentlich, bleibt im Archiv.
0 / 2.000 Zeichen
Enter = Zeilenumbruch · Strg+Enter = senden
Mehr aus Allgemein